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03 Die Legende vom unsichtbaren Netz

03 Die Legende vom unsichtbaren Netz

Die Legende vom unsichtbaren Netz –

Das Flüstern des Waldes

„Wenn ich ganz allein im tiefen Wald wandere und mein grüner Mantel die Blätter berührt, fühle ich es mit jeder Faser meines Seins. Die Menschen glauben oft, die Bäume stünden isoliert nebeneinander. Doch unter der Erde, tief im Verborgenen, weben sie ein unendliches, feines Wurzelnetzwerk. Wenn ein Baum schwach oder krank ist, schicken ihm die gesunden Bäume über die Wurzeln Nahrung und Kraft. Wenn ein Sturm aufzieht, halten sie sich gegenseitig fest. Ein einzelner Baum mag fallen – doch der Wald als Ganzes ist fast unbezwingbar. Sie kommunizieren im Stillen, sie teilen ihr Wissen und sie lassen keinen der Ihren allein im Dunkeln stehen.“

 

Wieso mich diese Geschichte bewegt:
Diese Weisheit der Natur lehrt mich innezuhalten. Wenn ich im Moos sitze und dem Raunen der alten Stämme lausche, bin ich tief berührt. Ich erkenne mich selbst in diesem Geflecht wieder. Unermüdlich, wie das kleine Gänseblümchen auf einer wilden Wiese, strecke ich mein Haupt immer wieder dorthin, wo ich das Licht vermute.

Manche Menschen in meinem Alltag sagen, ich sei stur. Sie verstehen noch nicht, was mich antreibt. Ich sage dir was es ist. Ich bin durstig. Ich bin hungrig nach dem Leben, nach Wahrheit und nach tiefer Verbundenheit. Es ist dieser heilige Hunger, der mich weitermarschieren lässt, selbst wenn die Erde unter meinen Füßen bebt.

Ich glaube unerschütterlich daran, dass sie da ist – die goldene Sonne und auch der silberne, nährende Mond. Selbst dann, wenn dichte Wolken den Himmel verhüllen und heftige Stürme an meiner Seele reißen. Das Licht verschwindet nicht, nur weil wir es für einen Moment mit den Augen nicht sehen können. Es wartet hinter dem Schleier.

Dieses Buch, mein Weg und die damit verbundenen Geschichten sind mein ganz persönliches Wurzelnetzwerk für dich. Wenn der Sturm in deinem Leben zu laut wird und du den Himmel vor lauter Wolken nicht mehr erkennen kannst, darfst du dich an mein Feuer setzen. Du darfst einfach hier sein, und den Hunger nach Licht in dir Raum geben. Reiche mir deine Hand, verbinde deine Wurzeln mit den alten Pfaden und erlaube dir, dich vom unsichtbaren Netz des Lebens halten zu lassen. Du bist nicht allein im Dunkeln.